Ich bin doch keine Maschine…

…so singt Tim Bendzko in seinem Hit. Eigentlich sehr einleuchtend, dennoch denke ich viel zu oft, dass ich zu funktionieren habe. Ich möchte alles richtig machen, die Erwartungen an mich selbst erfüllen und mir keine Fehler erlauben. Einige Erkrankungen und Verletzungen haben mir in letzter Zeit vor Augen geführt, dass eben genau das nicht möglich ist. Ich bin nicht da um nur Leistung zu bringen, wie eine gut geölte Maschine. Wir Menschen sind verwundbar und Gefühlswesen, und das macht uns viel zu wertvoll, als das wir uns an so etwas messen sollten.

immer mehr Druck

Das könnte man denke ich traurigerweise schon beinahe als Titel über unsere Generation schreiben. Magersucht und Burnout sind doch längst Zivilisationskrankheiten, weil wir oft krankhaft nach Perfektion streben. Wir definieren uns über das was wir leisten und nicht durch das was wir sind, vergleichen uns mit Anderen und werden durch dadurch kein bisschen glücklicher. Weil wir irgendwann merken müssen, dass sich Perfektion nun mal in erster Linie dadurch auszeichnet, das es sie gar nicht gibt. Nur in unserem Kopf.

Und leider auch in den Medien. Fragt sich nur, wie viel Wahrheit in dem steckt, was diese berichten. Auch wenn ich auf diesem Blog sehr viele sehr gesunde Gerichte poste, entspricht das nicht immer meinem täglichen Essverhalten, und ich vermute den meisten Bloggern geht es genauso. Ich finde es extrem traurig, welchen Druck unsere Gesellschaft ausübt, vor allem auf Jugendliche. Viele, auch sehr junge Menschen, fühlen sich auf Grund der vorgelebten Schönheitsideale in den sozialen Medien nicht mehr wohl in ihrem Körper. Andere denken, sie müssten ihr Abitur mit einem Einserschnitt abschließen, um überhaupt eine Chance in der Berufswelt zu haben.

20160531_162406

Gruppendruck vs. eigenes Wohlbefinden

Wenn man mein 10-Jähriges Ich gefragt hat, ob ich mit 18 schon meinen Führerschein machen würde, hat es jedes Mal verneint. Autos waren und sind nicht meine große Leidenschaft. Als ich dann 16 geworden bin, sah ich die Sache doch etwas anders. Unruhe stieg in mir auf, denn meine Freunde hatten alle schon angefangen, und ich war, was das betraf, irgendwie die Letzte. Plötzlich begann ich mir Sorgen zu machen. Wenn ich das jetzt nicht mache, schaffe ich es dann noch vor dem Abi? Wie kann ich von Zuhause ausziehen und ein selbstständiges Leben führen, wenn ich nicht mal den Führerschein habe? Wird mein Leben nach der Schule nicht zu stressig sein, als das ich mich dann noch mit so etwas beschäftigen könnte?

Also fing ich an neben der Schule zu arbeiten. Das gab mir ein gutes Gefühl, ich würde es schaffen, genau wie alle anderen auch. Und kurz bevor ich anfangen wollte, wurde mir klar, dass ich eigentlich gar keine Lust darauf hatte. Weder auf die Theorie noch auf die Praxis. Ich hatte mich eigentlich nur dazu gezwungen gefühlt. Und unbewusst unterlag ich wieder mal diesem Gruppendruck. Ich tat etwas, ohne das es eigentlich in mein Leben passte. Egal worum es geht, die Meinungen anderer Menschen spielen immer eine große Rolle in unserem Leben. Und das ist auch okay so, solange wir uns bewusst sind, dass es dieses Leben uns gegeben wurde und niemand anderem.

Wofür schlägt dein Herz?

IMG_5553

Aber warum machen wir das alles eigentlich? Ich glaube diese Frage stellen wir uns viel zu selten. Wir sollten öfter darüber nachdenken, was unserem Leben eigentlich Bedeutung schenkt. Wofür es sich lohnt jeden Tag aufzustehen. Was uns begeistert.

Eigentlich war als nächstes ein Artikel über gesunde Essangewohnten geplant. Irgendwie kam mir das aber zu banal, zu unwichtig vor. Manchmal neige ich auch dazu, den ganzen Tag nur meinen Sport, mein Essen, oder Lernen im Kopf zu haben. Dabei sind das alles zwar Dinge für die ich dankbar bin, die aber eigentlich nicht die wichtigste Rolle in meinem Leben spielen. Und damit bin ich sicher nicht alleine.

Du bist geliebt

Wenn der Fokus verrutscht, und wir uns an seiner Leistung messen, degradieren wir uns oft selbst. Zu einer bestimmten sportlichen Leistung, dem Erfolg im Berufsleben, der Zahl auf der Waage. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ich erlebe oft selbst, dass mir Dinge bei meinen Freunden total egal sind, für dich ich mich selbst runtermache. Das können Kleinigkeiten sein, die ich an mir selbst nicht leiden mag, und schon kommt das Selbstwertgefühl ins Wanken. Ich glaube es ist wichtig sich bewusst zu machen, dass es allen so geht, und das dies Dinge nicht das sind, was wirklich zählt. Lass uns heute versuchen, einfach mal glücklich und dankbar darüber zu sein, wer wir sind.

IMG_5571

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s